Titel reduxSie beobachten einander. Taxieren sich.

Zwei Raubtiere, menschliche Karnivoren; ein Intermezzo im Gewühl der Stadt.

Rush Hour, Heimweg. U­-Bahn. Das Treffen: Zufällig. Die Begegnung: Geplant.

Sie sitzt wenige Meter von ihm entfernt in einem der Hartschalensitze, im zugewandt. Schaut direkt in seine Augen, zunächst, dann ­ungeniert lüstern­ auf seinen Schritt. Leitet seinen Blick durch die zarte Andeutung eines Nickens hinunter zu ihren Beinen, öffnet sich ihm, präsentiert ihre Scham, für ihn rasiert, unbedeckt zwischen ihren Schenkeln, unter ihrem Rock.

Für ihn vorbereitet.

Vier weitere Stationen. Zeit für gemeinsame Fantasien, in getrennten Köpfen erdacht. Seine Erektion, sich für sie wie für alle aufmerksamen Mitreisenden deutlich unter seiner Hose abzeichnend. Ihre Feuchte, aufblitzende Lichtreflexe, hervorgerufen durch die auf ihren Körper übertragenen Zugbewegungen. Leuchtfeuer seiner Begierde.

 

Sie verlässt die Bahn, er folgt, trottet hinter ihr her wie ein Hund, besser – geil wie ein reudiger Köter; hat Witterung aufgenommen. Sie ist sich dessen gewiss: Er wird nicht ablassen von ihr. Heute nicht.

Ihre Körpersprache, während sie ihn durch die Straßen lockt ­ eindeutig. Ihr Hüftschwung, ihr Gang, ihr Blick, wenn sie sich ihm kurz zuwendet …

Fick mich.

Jetzt.

 

Die Haustür steht offen. Er folgt ihr in die Wohnung, durch den Flur direkt ins Wohnzimmer. Die Beleuchtung räumt alle Zweifel aus. Sie beobachtet ihn, erwartet ihn in selbstbewusster Haltung. Den Mund leicht geöffnet, feuchte Lippen nunmehr auch hier. Ihr Kinn nach vorne gestreckt, die Hände in die Hüften gestemmt.

Den Oberkörper entblöst.

Ihre Brustwarzen werfen konturierte Schatten.

Gänsehaut, Verlangen signalisierend.

Der letzte Rest seiner Selbstbeherrschung fällt, er beschleunigt seinen Gang, stürmt auf sie zu. Zwei Körper kollidieren. Er vergräbt seine Hände in ihren Haaren, zieht ihren Mund auf seinen. Zwei Zungen kollidieren, vermengen Speichel, Geschmack, Begierde.

Er lässt von ihren Haaren ab, packt ihren Rock und zerrt ihn forsch nach oben. Räumt das letzte Hindernis beiseite, beseitigt die letzte Insignie der Geschäftsfrau. Verwandelt sie zum Objekt seiner Begierde.

Sie unterbricht die Berührungen, stößt ihn von sich. Führt eine Hand an ihren Mund, befeuchtet die Finger mit dem Gemisch ihrer beider Speichel; führt sie anschließend in sich ein. Schaut ihm dabei weiter in die Augen, direkt. Fordert ihn auf, sich zu entkleiden.

Langsam.

Stoppt seine Bewegung in dem Moment, als er sich das Hemd über den Kopf zieht. Öffnet den Gürtel, befreit seinen eregierten Schwanz von Hose und Unterhose.

Nimmt ihn in den Mund, bläst ihn ebenso hingebungs- wie geräuschvoll. Massiert dabei weiter ihre Möse.

Er stöhnt seine Erregung in den Hemdstoff, genießt den Sinnesentzug, die Berührung, das Schmatzen, die Schlüpfrigkeit der Situation. Als er seine Passivität nicht länger erträgt, das Hemd abstreift, sie packt und zu sich nach oben zieht, entfernt sie ihre Finger aus ihrer Vagina und schiebt sie in seinen Mund. Er kostet ihren Saft, verflüssigte Geilheit, dreht sie ruckartig um, drückt ihren Oberkörper leicht nach vorne und dringt jäh tief in sie ein.

Umgreift den um ihre Taille gerafften Rock und zieht sie so an sich, während er sie zugleich mit harten Stößen vor sich her zum Sofa treibt. Presst sie darauf nieder, ihren Kopf in die Kissen. Fixiert sie, seine Hände auf ihrem Rücken.

Er fickt sie mehrere Minuten. Unnachgiebig, dabei das Tempo variierend. Stoppt dann abrupt, zieht seinen Schwanz aus ihrer Vagina, nur um ihn im nächsten Moment in ihren Arsch zu rammen. Setzt die Penetration mit unverminderter Härte fort.

Sie krallt sich am Sofa fest, verliert sich in der primordialen Wucht seiner Leidenschaft.

Keucht.

Stöhnt.

Schreit.

Grunzt.

Lacht.

Weint.

Ihr Sein, reduziert auf Druck und Reibung. Gutturale Laute.

Als sie seinen nahenden Höhepunkt spürt, entzieht sie ihm ihr Becken, kommt auf die Füße. Ergreift seinen Schwanz und zieht ihn hinter sich ins Schlafzimmer.

Sie schubst ihn rückwärts aufs Bett, krabbelt auf allen Vieren hinter ihm her und bläst ihn erneut. Sie säubert sein Glied, sanfter diesmal, schleckt am Schaft entlang wie an einem Soft-Eis. Schmeckt ihren Anus.

Setzt sich dann auf ihn. Reitet ihn, genießt seine Härte in sich. Biegt ihren Oberkörper nach vorne, steckt ihm im Wechsel Brustwarzen und Zunge in seinen Mund. Lässt ihn an ihr saugen. Lässt sich von ihm verzehren. Biegt ihren Oberkörper nach hinten, somit auch sein eregiertes Glied, benutzt ihn als Taktstock und dirigiert beide zum gemeinsamen Orgasmus.

 

Körper zucken, fallen in sich zusammen. Er spritzt in sie hinein; sie spürt, wie die Spermaschübe in ihrem Inneren auftreffen. Fühlt, wie es sie ausfüllt, dass sie überquillt vor Lust.

Beide verharren, bis sein Penis erschlafft und sich aus ihr zurückzieht. Sie dreht sich auf ihm, wendet sich ein letztes Mal seinem Geschlecht zu und massiert den restlichen Samen auf ihre Zunge, während sie gleichzeitig Ejakulat aus ihrer Vagina in seinen Mund laufen lässt.

Zum Schluss: Ein letzter Kuss, innig, gehaltvoll, von gelartiger Konsistenz und salzigsüßem Geschmack.

 

Klappe.

Der Vorhang fällt.

Schlaf, in inniger Umarmung.

Dunkelheit.

 

Teil 3, der das Triptychon komplettiert. Teil 1 hier. Teil 2 dort.

Zu guter Letzt noch einmal der Link zum Auslöser.

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0 – Medaille

Er.

Gescheitertes Experiment. Reiseabbruch.

Teil 1 hier. Teil 2 dort.

 

Tag 2 – Erwachen

Ich werde vom ersten Licht der Sonne geweckt, das durch die Fenster des Wohnzimmers dringt. Eingewickelt in eine grobe Baumwolldecke liege ich auf dem Boden, nach wie vor nackt. Alleine.

Alle Fesseln sind entfernt.

Ich rufe mir den vergangenen Abend ins Gedächtnis und erkenne: Weder konnte ich Ihre Erwartungen erfüllen, noch Ihr Verlangen stillen.

Ich konnte Ihr nicht gerecht werden.

Nachdem klar war, dass ich Ihrer Aufforderung nicht folge, entfernt Sie die Linsen aus meinen Augen, das Seil von meinem Hodensack und legt mir Hand- und Fußschellen für die Nacht an. Mit einem kurzen Befehl heißt Sie mich, auf der Decke zu nächtigen und verlässt mit einem traurigen Lächeln auf den Lippen den Raum.

Ein Geräusch lässt mich aufhorchen. Ba-bang, Stille, dann wieder: Ba-bang. Es kommt aus dem hinteren Bereich des Gebäudes. Ich folge ihm in eine geräumige Küche, wo ich den Ursprung entdecke: Die Hintertür steht offen und dreht sich in den Angeln; schlägt, angetrieben durch den das Gebäude umwehenden Wind, wiederholt gegen den Türrahmen, einer Trommel gleich.

Ba-bang.

Der Klang betört mich und lockt mich hinaus, auf einen schmalen Pfad, der einen Kräutergarten durchkreuzt. Die Gewächse duften so intensiv, dass mir schwindelt. Ich folge dem Weg bis zu einem hölzernen, in eine niedrige Steinmauer eingelassenen Gartentor. Dahinter führt er durch einen an das Grundstück angrenzenden Wald, schlängelt zwischen Bäumen dahin.

Ein Rauschen dringt an meine Ohren, drängt in mein Bewusstsein. Leise, flüsternd zunächst, dann lauter, lauter, immer lauter. Es erfüllt meinen Kopf, macht das Denken schwer.

 

Tag 2 – Kante

Als er aus dem Wald heraustritt, offenbart sich eine atemberaubende Kulisse. Sie steht am Rand einer Klippe und starrt hinaus auf den endlos erscheinenden Ozean. Die aufsteigende Sonne taucht Ihren Körper in Feuer. Gegenlicht färbt ihn tiefschwarz.

Als er neben Sie tritt, direkt an die Abbruchkante,

nähert Sie sich ihm, packt ihn und drückt ihn an sich. Er kann Ihre Wärme spüren, Ihre Körperlichkeit. Ihre Zuneigung. Ihr Verlangen. Er fühlt sich überfordert von soviel Intimität,

entfernt Sie sich von ihm, straft ihn mit Ablehnung, mit Verachtung. Gibt ihm zu verstehen, wie sehr sein Verhalten vom Vorabend Sie verletzt. Er erkennt die Ursache dieser Ablehnung nicht und wieso Sie von einer solchen Situation derart betroffen ist;

ist verwirrt und weiß nicht, wie er sich Ihr gegenüber verhalten soll.

Im gleichen Moment schlägt das Wetter um. Wind kommt auf, orkanartige Böen treiben Wolken vor die Sonne, wühlen das Meer auf und sorgen dafür, dass aus dem Rauschen der Brandung ein ohrenbetäubendes Tosen wird.

Verstehst du, dass ich nicht bin, was du in mir siehst? versucht er, das Geräusch zu übertönen.

Verstehst du, dass ich als Außenstehender möglicherweise besser erkenne, was gut für dich ist?

Ich denke, das habe ich verstanden. Dennoch bin ich mir im Klaren darüber, dass es mir unmöglich ist, etwas an meiner Situation zu ändern. Das paradoxe ist: Egal, ob ich es tue oder nicht – über kurz oder lang gehe ich zugrunde. Weil aber 1 in diesem Fall weniger ist als 4, bleibt es am Ende doch ganz einfach.

Sie denkt über den Sinn seiner Worte nach und ruft

Ich liebe das, was du sein könntest – aber ich verstehe nicht, was du bist.

Er lächelt.

Weißt du, was komisch ist? Du sprachst einmal von den beiden markanten Männern in deinem Leben. Dem Sturen und dem Unentschlossenen? So viel ich auch darüber nachdenke … ich kann gar nicht sagen, welcher von beiden ich bin.

Sie runzelt die Stirn, setzt zu einer Erwiderung an. Fragt dann nur

Dann ist das das Ende der Reise? Keine weiteren Lieder? Keine Koalas? So schnell so viel Nüchternheit? So viel Distanz?

Danach … sieht es wohl aus. Eins noch: Rede dir bitte nicht wieder ein, du wärest nicht liebenswert.

Mit diesen Worten

springt er …

 

Tag 2 – Endlos

… und fällt.

Worte werden bedeutungslos, Phrasen hohl.

Das Hirn – von allen Gedanken befreit.

Nervenenden veröden.

Hart schlägt er auf dem Boden der Realität auf. Düsternis umgibt ihn. Er rappelt sich auf, klopft sich den Staub vom Körper und versucht, sich an die trüben Lichtverhältnisse zu gewöhnen.

Nach einer Weile erkennt er in einigen Metern Entfernung eine Wand. Er nähert sich ihr und begutachtet sie. Sie erstreckt sich glatt und scheinbar endlos in alle Richtungen. Er grübelt kurz über den einzuschlagenden Weg und beginnt, sie nach links abzulaufen.

Bereits kurze Zeit später entdeckt er eine Tür. Sie ist schnörkellos und erstaunlich passgenau in die Wand eingelassen. Gerade, als er die Klinke nach unten drückt, sieht er ein Schild auf dem steht

WEITERLEBEN

Er schüttelt den Kopf und lässt den Türgriff los.

Die nächste Tür ist mit dicken Balken verrammelt, die Klinke liegt abgebrochen auf dem Boden davor. Das Schild ist von einer Schicht aus Staub und Blut bedeckt. Er wischt es sauber und liest

ZUSAMMENLEBEN

Das ist eindeutig, murmelt er.

Und wandert schweigend weiter.

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9.670

Sie. Er. Experiment, Expedition, Reise. Zusammen mit Madame Lila.

Teil 1 hier.

 

Tag 1 – Dunkelheit

Gesprochen hatten wir bereits über diese Form des Sinnesentzugs und die faszinierenden Möglichkeiten opaker Kontaktlinsen. Über die Funktion einer ‘maskenlosen Maske’ und die Tatsache, dass nichts den freien Blick auf mein Mienenspiel, auf meine Empfindungen, versperrt.

Mein Gehirn arbeitet auf Hochtouren, ich bin hin- und hergerissen zwischen Geilheit und Nervosität. Überwältigt, weil Sie meinen Wunsch erfüllt. Unfähig, ihr Danke zu sagen, trotz aller Freude. Viel zu schüchtern, um ihren Blick zu erwidern.

“Mach’ sie rein bevor wir losfahren, Kleiner”

Vorsichtig nehme ich die Linsen und setze sie ein.

Dunkelheit umfängt mich.

Ich höre Sie seufzen, leise, voller Vorfreude, während ich mich auf das ungewohnte Gefühl konzentriere. Ich bewege meinen Kopf nach links und rechts, rolle meine Augen zu allen Seiten und stelle fest: Das Tageslicht wird nahezu vollständig blockiert.

Ich bin blind.

Sie beugt sich herüber, ich spüre Ihren Atem dicht an meiner Wange. Zärtlich beißt Sie in mein Ohrläppchen und flüstert

“Jetzt gehörst du mir!”

Beim Klang Ihrer Worte empfinde ich Freude. Ich möchte Ihr danken, doch gerade als ich meinen Mund öffne, fügt Sie in strengem Tonfall hinzu

“Ab sofort sprichst du nur, wenn ich dich dazu auffordere. Hast du mich verstanden?”

Ich nicke.

Sie schaltet das Radio ein und startet das Auto.

 

Tag 1 – Ankunft

Fahrtwind umspielt mein Gesicht.

Während ich versuche, meine überbordenden Emotionen unter Kontrolle zu bringen, stelle ich erstaunt fest, wie schnell die verbleibenden Sinne den ausgeschalteten kompensieren. Geräusche, Gerüche, die Sensibilität meiner Haut … alles erscheint intensiver.

Ihre Hand in meinem Schoß reißt mich aus meinen Gedanken. Ich zucke zusammen, höre ihr Lachen – leise, hämisch. Sie reibt an meiner Hose, an meinem Schwanz. Auf und ab. Ich werde neuerlich hart und stöhne, während ich unter Ihren Bewegungen zittere.

Später, irgendwann, wird das Auto langsamer und kommt schließlich auf Kies zum Stehen.

Sie stellt den Motor ab und steigt aus. Gespannt lausche ich Ihren Schritten, die sich vom Fahrzeug entfernen und wieder nähern. Der Kofferraum öffnet sich, Sie entlädt unser Gepäck und entfernt sich erneut.

Ich warte.

Ungeduldig.

Eine kleine Ewigkeit.

 

Tag 1 – Good Dog

Endlich – der Klang Ihrer Schuhe auf den Steinen. Der Klang Ihrer Stimme neben dem Auto.

“Aussteigen und hinknien!”

Hastig folge ich Ihrer Anweisung und verlasse das Fahrzeug. Als ich vor Ihr kauere, legt Sie mir ein steifes Halsband an und klinkt eine Leine darin ein. Mit leichtem Ruck bringt Sie mich zurück auf meine Beine. Mit leichtem Zug zwingt Sie mich, Ihr zu folgen.

Ich habe Mühe, Schritt zu halten. Auf losem Grund, auf hohen Schuhen und ohne Augenlicht, fällt mir das Laufen schwer.

Nach einigen Metern fordert Sie mich dazu auf, meine Oberbekleidung abzulegen. Ich zittere vor Aufregung und Kälte, während ich Hemd und Hose ausziehe.

Sie taxiert mich, da bin ich mir sicher. Ganz bewusst spanne ich meinen entblösten Körper, präsentiere mich Ihr. Sie berührt mich, streicht an meinem Wangenknochen entlang, den Hals hinab, über die Brust, den Bauch entlang hin zu meinem Schwanz. Ich erschaudere. Sie packt mein Gesicht – ich spüre, dass Sie mich direkt ansieht – und sagt

“Brav”

Ein weiterer Ruck am Halsband und wir betreten festen Boden, Holz scheinbar – das Innere des Ferienhauses, wie ich vermute. Noch ein paar Schritte auf Dielen, dann die knappe Anweisung

“Platz!”

Ich gehe auf alle Viere. Mit Ihren Fingernägeln fährt Sie über meinen Rücken, kneift in meinen Po; zieht dann den Ballstretcher weiter nach unten und befestigt oberhalb davon ein Seil an meinem Hodensack.

Einen Moment später steigt ein mir bekannter Geruch in meine Nase – ich rieche … Sie! Ihren Saft, Ihre Geilheit! Mein Kopf schnellt nach vorne, ich stoße an Ihre Finger. Sie lässt mich schnüffeln, berührt dann meine Lippen … ich darf Sie kosten!

Mein Herz schlägt schneller, ich höre das Blut in meinen Ohren rauschen, als Sie sagt

“Ich setze mich auf einen Stuhl … folge meinem Geruch, finde mich! Dann lecke mich. Zeig’ mir, wie sehr du mir gefallen möchtest!”

Ich passe auf, in welche Richtung Sie läuft und krieche Ihr dann hinterher. Taste voran und versuche, auf schnellstem Weg zu Ihr zu gelangen.

Als ich Ihre Füße fasse, das letzte Stück Weg zurücklegen will – spannt sich das an meinen Eiern befestigte Seil.

“Komm’, mein Kleiner, weiter …”

Ich werde gierig, geil, will Sie lecken. Ich muss Sie lecken! Rutsche nochmal vorwärts, noch einmal, wieder. Bei jedem Versuch spannt sich das Seil und gebietet mir Einhalt.

Der Schmerz in meinen Eiern nimmt ebenso zu wie das Verlangen, mein Gesicht in Ihrem Schoß zu vergraben. Ich bin wütend auf mich selbst, winsele leise.

“Ist das alles? Du hast noch einen Versuch, dann schliessen sich diese Beine für dich!”

Ein weiteres Mal rutsche ich zu ihr, der Zug wird unerträglich. Ich strecke mich und …

Erreiche Sie.

Dringe mit meiner Zunge in Sie ein.

Sie packt meinen Kopf, drückt mich weiter an sich und raunt

“Jetzt leck’!”

Ich befriedige Sie mit Hingabe. Lutsche, sauge, schlürfe. Genieße; empfinde Freude und Zufriedenheit.

Sie kommt zum Orgasmus, greift fest in mein Haar und hält mich so zwischen Ihren Beinen. Das Atmen fällt mir schwer. Ihr Geruch ist intensiv, Ihr Saft läuft über mein Gesicht.

Paradies.

 

Tag 1 – Edging

Schließlich entlässt Sie mich, nimmt mich an der Leine und durchquert mit mir den Raum.

“Edge Sprints, Süßer, 10 Minuten – Wieviele wirst du schaffen?”

10 Minuten … ich versuche mich zu konzentrieren, überlege angestrengt, nenne eine Zahl. Ihr Schnaufen gibt mir zu verstehen, dass Sie meine Antwort nicht zufriedenstellt. Ich korrigiere die Zahl nach oben, Sie sagt

“Okay, wenn du das schaffst, darfst du im Bett schlafen, wenn nicht bleibst du hier liegen – deine Zeit startet jetzt!”

Meine Zeit startet jetzt …

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10.080

Sie. Er.

Experiment, Expedition, Reise. Zusammen mit Madame Lila.

Los geht’s – Fortsetzung folgt.

 

Einstieg

Eine Woche.

Wenn ich darüber nachdenke … denke ich seit mehreren Monaten über nichts anderes mehr nach. Eine Woche – Ausgeliefertsein. Ding sein.

Konventionen fallenlassen. Loslassen. Hingabe, total.

An Sie, für Sie.

 

Tag 1 – Nachricht

Ein Ferienhaus sollte ich buchen, in ruhiger Lage. Viel mehr wusste ich nicht bis zu dem Moment, als Sie mir per Kurznachricht Anweisungen bezüglich meines Gepäcks sowie dem Ort der Abholung zukommen lässt.

Die Nachricht endet mit ‘Anziehen: Den großen Ballstretcher. Strapse. Legere Hose. KEIN Slip!’

Der knappe Befehlston verfehlt seine Wirkung auch diesmal nicht. Sofort denke ich über die kommenden sieben Tage nach, steigere mich in Fantasien von Demut, Unterwerfung und Qual.

Während ich meine Tasche packe, bin ich unkonzentriert.

Während ich mich wasche, empfinde ich Sorge – habe ich etwas vergessen von dem, was mitzubringen Sie mir aufgetragen hat?

Nachdem ich mein Gepäck nochmals überprüft habe, während ich die von Ihr geforderten Gegenstände anziehe – bin ich erregt.

Unsere Beziehung ist gekennzeichnet von Vertrautheit. Einer ganz besonderen Art der Intimität. Sie weiß genau, welche Saiten sie bei mir anschlagen muss, um mich in den Zwiespalt zwischen Vorfreude und Furcht zu versetzen.

Die Analogie beschreibt es ganz gut: Ich bin das Instrument, das Sie 168 Stunden lang spielen wird.

 

Tag 1 – Bus Stop

Treffpunkt ist eine Bushaltestelle, ungefähr 15 Gehminuten von meiner Wohnung entfernt. Auf dem Weg dorthin merke ich, dass Ihre Entscheidungen auch dieses Mal nichts dem Zufall überlassen – der Ballstretcher dehnt meinen Hodensack und die locker sitzende Hose gewährt ihm genügend Freiraum, sich dem Rhythmus meiner Bewegungen anzupassen. Das Gefühl der Strümpfe auf meiner Haut verstärkt die Empfindungen: Ich diene Ihr schon jetzt, vor dem eigentlichen Aufeinandertreffen. Ich geniere mich als mir bewusst wird, dass meine Erektion jedem, der mir in den Schritt schaut, auffallen muss. Es berauscht mich als ich darüber nachdenke, dass meine Erektion jedem, der mir in den Schritt schaut, auffallen muss …

An der Haltestelle angekommen stelle ich meine Tasche ab und warte. Als der vereinbarte Zeitpunkt näherrückt, werde ich unruhig. Nachdem er um 5 Minuten überschritten ist – ängstlich. Habe ich Ihre Nachricht falsch verstanden? Mich im Ort geirrt?

Nervös ziehe ich mein Telefon aus der Tasche und lese Ihre Anweisungen erneut. Nein, ich bin zur richtigen Zeit am richtigen Platz. Dass Sie unpünktlich ist, ist … ungewöhnlich. Eine weitere Nachricht hat Sie mir nicht geschickt.

Weitere 5 Minuten später überlege ich, ob ich Sie kontaktieren soll – verwerfe diesen Gedanken allerdings sofort wieder. Mehrmals hat Sie mir unmissverständlich klargemacht, dass ich mich unter keinen Umständen bei Ihr melden darf.

Just in diesem Moment summt mein Telefon. Sie ist es!

‘Zieh’ Deine Heels an und laufe vor der Bushaltestelle auf und ab…. Nicht schummeln, ich seh’ Dich’

Fuck! Die Schuhe? Hier?

Unsicher schaue ich mich um. Eine älterer Herr und ein gelangweilt dreinblickender, Kaugummi-kauender Teenager sitzen auf der Bank der Haltestelle hinter mir. Die Straße selbst ist, der Tageszeit entsprechend, stark befahren. Fußgänger passieren den Treffpunkt.

Im Bruchteil einer Sekunde wäge ich die Situation ab und kalkuliere mögliche Konsequenzen. In meinem Kopf mischt sich Scham mit Erregung, gefolgt von der Erkenntnis: Schon diese zweite Aufforderung zu missachten, so früh zu versagen … ist keine wirkliche Option.

Schnell beuge ich mich zu meiner Tasche hinab und packe meine roten High Heels aus. Tatsächlich liebe ich es, diese Schuhe für Sie zu tragen. In der Öffentlichkeit allerdings … Ich ziehe meine Sportschuhe aus und schlüpfe in die hohen Pumps. Als ich mich aufrichte, bemerke ich aus den Augenwinkeln, wie das Teenie-Mädchen ihre Kaubewegung stoppt, ein Telefon in die Hand nimmt und anfängt, Fotos von mir zu machen.

Ich verdränge den Gedanken an die Tatsache, mich in Kürze als Internet-Kuriosum bewundern zu können und beginne, am Straßenrand entlang zu laufen. Etwas wackelig zunächst, dann, als sich meine Beine an die Absatzhöhe erinnern, zunehmend sicherer. Ich konzentriere mich auf die Bewegung, meine Hüften, die gesamte Körperhaltung – genieße das Gefühl und schließlich auch die Situation.

Als mein Blick erneut auf den Teenager fällt, grinst sie mich an und zwinkert mir zu. Ich schaue auf ihre Schuhe – Chucks – und zwinkere zurück.

Im gleichen Moment hält ein Auto neben mir. Noch bevor ich mich umdrehen kann, befiehlt Sie mir in strengem Ton

“Steig’ ein!”

Ich lege meine Tasche in den Kofferraum und nehme auf der Beifahrerseite Platz. Ein lustvolles Ziehen durchfährt meinen Körper, als ich Sie sehe: Kühle Eleganz im knielangen Trenchcoat. Mein Herzschlag stolpert beim Anblick Ihrer Beine, ebenfalls bestrumpft, ebenfalls in hohen Schuhen.

Ich schwitze, meine Hände werden feucht. Mein Schwanz pulsiert an der Innenseite meiner Hose.

Eine dezente Kopfbewegung gestattet mir, Sie auf Ihre Wange zu küssen. Ich nutze diese Gelegenheit, atme Ihren Geruch ein – und spüre, dass sie ebenfalls erregt ist.

Sie weist mich auf eine kleines Päckchen auf dem Armaturenbrett hin.

“Kleiner? Da vorne liegt etwas für Dich… Ich möchte, dass Du das anlegst.”

Als ich die Schachtel öffne, den Inhalt und dessen Bedeutung erkenne … finde ich mich ein im Moment und vergehe in der Vorfreude auf die kommende Woche.

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