zusammen|schreiben

NatashaNeverland und ich haben uns dazu entschieden, ein kleines Blogger-Schreibprojekt zu starten! Das ganze läuft wie folgt ab: Eine – hoffentlich größere – Anzahl an Personen schreibt zusammen einen Text. Der Kniff an der Sache: Nach dem Stille Post-Prinzip kennt jeder Teilnehmer nur seine Textpassagen sowie den jeweils letzten Satz der Passage(n) seiner ‘Vorschreiber’.

NatashaNeverland beschreibt das Vorgehen hier im Rahmen ihres ersten Artikels zu dem Thema.

Falls ihr mitmachen wollt: Schreibt NatashaNeverland oder mir bis kommenden Montag, den 25. April 2016 doch einfach eine Mail oder meldet euch direkt hier über die Kommentarfunktion an. Bitte gebt unbedingt den Link zu eurem WordPress Blog sowie (falls ihr euch hier anmeldet) eine valide Mail-Adresse an.

Weitere Informationen (genaue Anweisungen, Schreib-Reihenfolge) bekommt ihr dann per Mail.

Auf, auf – je mehr mitmachen, umso interessanter wird es!

Ach ja: Keine Angst vorm Pensum. Wir werden den Umfang der zu schreibenden Kontingente von der Teilnehmerzahl abhängig machen und darauf achten, dass sie bewältigbar bleiben. ;)

Nachtrag – Mail-Adresse wäre gut …

spiregolem@gmail.com

 

Getaggt mit , , ,

zerbrochen

Es begab sich , dass ich während der vergangenen zwei Wochen aufgrund diverser Privatigkeiten keine Zeit zum Bloggen hatte oder, anders: Keine Zeit fürs Bloggen aufbringen wollte.

Vom heutigen Standpunkt aus betrachtet markieren diese beiden Wochen für zwei Personen eine lange überfällige und überaus schmerzhafte Zäsur – die Deckungsgleichheit mit der Grabesruhe hier ist bezeichnend.

Ich bin es.

Ich habe gelogen.

Habe Lila angelogen, über einen langen Zeitraum.

Geschwiegen, wenn die Möglichkeit bestand, die Wahrheit auszusprechen. Eine Wahrheit, die zu leugnen aus unterschiedlichen Gründen so abstrus sinnlos war dass es schwerfällt, überhaupt Gründe für die Lüge zu nennen.

Die Art und Weise, wie Lila davon erfahren hat, war schändlich. Dennoch bin ich froh, dass Sie es erfahren hat – ich bin mir sehr sicher, seit längerem unfähig gewesen zu sein, mich Ihr zu offenbahren.

Viel wurde in Lilas Blog geschrieben über die Motivation eines Lügners … meiner Lüge – von mangelndem Selbstwertgefühl war die Rede, von idealisierter Selbstdarstellung. Von Boshaftigkeit und Gleichgültigkeit.

Ich kann sagen: Maßgeblicher Motivator meines Handelns war Angst. Die Angst, einen Menschen zu verlieren, bevor man ihn richtig kennenlernt. Die Angst, ihn zu verlieren, weil man ihn besser kennt. Die Angst, diese Person zu verletzen, unwiderruflich schwer. Die Angst – die präziser Feigheit heißt – meine Lüge einzugestehen.

Ich kann sagen: Der Zwang zum Weiterlügen – wenn es denn überhaupt einer war – war meiner. Niemals gab mir Lila einen Grund – das Gegenteil war der Fall. Es gab Situationen, mehrmals, da präsentierte sich mir die Möglichkeit, Wahrheit zu sprechen, auf einem Silbertablett – sag es und alles ist vorbei.

Chancen, vertan.

Angst zu verlieren.

Angst, die präzise Feigheit heißt.

Ich kann sagen: Nichts lag mir ferner als boshaft zu sein. Niemals war mir Lila gleichgültig.

Und doch lässt mein Handeln wenig mehr an Rückschluss zu.

o.O

Dass Sie sich mit mir zu einem Gespräch getroffen hat, macht Lila tatsächlich zu einem besseren Menschen als mich. Ich konnte nicht verstehen, wie Sie dazu in der Lage ist (heute begreife ich es, wenngleich ich nicht behaupten kann, dass mich diese Erkenntnis weniger traurig macht); war dankbar für die Chance, mich entschuldigen zu können und Ihr persönlich zu sagen, wie leid es mir tut.

In diesem Gespräch fragte Sie mich, wie es mir möglich war, die Wahrheit in all der Zeit zu verschleiern. Wieviel Energie ich dafür aufbringen musste. Die schlichte Erkenntnis: Wenig. Die Lüge wurde nicht aufgebauscht; es gab kein Konstrukt, nichts wurde dazuerfunden.

Es wurde einfach nicht ausgesprochen – oder geleugnet, wenn danach gefragt wurde. Wahrscheinlich ist das der maßgebliche Faktor für die enorme Spanne der Lebenserhaltung. Das Weiterlügen kostete wenig Kraft, die Verkündung der Wahrheit immer mehr.

o.O

Mit den von mir beschworenen Mahren muss ich fortan leben. Dem Wissen, Lilas Vertrauen missbraucht zu haben. Dem Bewusstsein (nunmehr offiziell analysiert und den Vorstellungen vieler Umstehender entsprechend), schlechter Umgang für Sie zu sein. Am besten abgehakt zu werden.

Aber auch: Der Einsicht, dass Lila dennoch ‘mit mir umgeht’ – wohl wissend, dass das anormal ist (im Sinne gesellschaftlicher Normvorstellungen) und ihren Selbstwert mit vergifteten Speisen füttert.

Was noch schlimmer ist? Mit den von mir beschworenen Mahren muss auch Lila fortan leben. Eine unumstößliche Tatsache unabhängig davon, ob wir weiterhin Kontakt haben oder nicht.

o.O

Am Ende ist die folgende Feststellung mit ziemlicher Sicherheit unangemessen. Ich treffe sie dennoch, weil ich bei aller Schuld ein gewisses Maß an Fairness erwarte (keine Vergebung, wohlgemerkt; sie soll mein Handeln nicht entschuldigen oder dessen Tragweite schmälern):

Jeder Mensch ist ein Lügner. Niemand ist frei von Lüge.

Wer behauptet, es zu sein – lügt.

Was Menschen weiterhin miteinander auskommen lässt, ist Zuhören. Verstehen wollen. Unter Umständen auch: Verzeihen.

Lila hat zugehört.
Sie wollte verstehen.
Wie es weitergeht?
Wir werden sehen.

In diesem Sinne …

zerbrochen

©fotolia

PS: Lila hat den Hinweis erbeten, dass Sie mich auch in Bezug auf diesen Eintrag zu nichts gezwungen hat. Ihrer Meinung nach klingt der Artikel sehr nach ‘Buße tun’ – und damit liegt Sie sehr richtig.
 

Getaggt mit , , , ,

Grundlegend positiv

Die Strahlen der Morgensonne fallen schräg durch das offene Schlafzimmerfenster. Staubpartikel treiben durch den Raum und werden zu Funken, wenn Sie den Weg des Lichts kreuzen. Fliederduft liegt in der Luft.

Ein Windhauch streift Claudias Körper und entlockt ihr ein wohliges Seufzen. Sie schmiegt sich enger an Alexander und zieht dabei die Decke über ihre Schulter. Verschlafen nuschelt sie »Ich kann gar nicht glauben, wie perfekt sich alles entwickelt hat.«

»Wie meinst du das?«

»Komm schon,« Claudia setzt sich auf und rollt Alexander auf den Rücken. »wir haben soviel durchgemacht in den letzten Monaten … meine Eifersucht, die Probleme mit unseren Eltern und die …« Sie muss schlucken; Tränen steigen ihr in die Augen »… die Fehlgeburt.«

»Ach Süße … mein Herz … du konntest nichts dafür. Niemand konnte etwas dafür. Das Kind – es wollte einfach nicht.«

»Ich weiß doch.« Claudia wischt die Tränen beiseite, beugt sich vor und küsst Alexander auf die Brust. »Du hast dich so liebevoll um mich gekümmert danach. Mir soviel Halt gegeben. Keine Ahnung, was ich ohne dich gemacht hätte. Und jetzt schau uns an – wie perfekt sich alles entwickelt hat!«

»Daran hättest du trotz all der Scheisse niemals zweifeln dürfen. Na … wie es aussieht, hast du deine Zweifel überwunden?«

»Ja.« Sie lächelt, ein wahrhaft zufriedenes Lächeln. »Ja, das habe ich!«

Worte voller Inbrunst.

»Das ist einfach wunderbar.«

Claudia betrachtet Alexander. »Finde ich auch.«

»Ich möchte trotzdem dass du weißt, dass ich immer zu dir stehen werde. Egal, was passiert.«

»Oh … DAS sehe ich, mein schöner Mann.« Aus Claudias Lächeln wird ein breites Grinsen. Sanft streicht sie über seinen Oberkörper, seinen Bauch, sein eregiertes Glied. »Was hältst du davon, wenn du noch ein bisschen weiter stehst – und mit mir ein neues Baby machst?«

»Nichts lieber als das, mein Herz!«

Claudia schiebt die Decke beiseite, setzt sich auf Alexanders Schoß und führt seinen Penis in sich ein. Während Sie ihn reitet, empfindet sie nichts als pures Glück.

o.O

Alexanders abgetrennter Kopf, in weiche Tücher gebettet, ist sorgsam auf dem Nachttisch positioniert. In den vor Erstaunen geweiteten Augen spiegelt sich die morgendliche Szenerie grotesk verzerrt wider.

skeleton love 2

Zdzisław Beksiński

Mehr zum Thema Postmortale Erektion

 

Getaggt mit , , , ,
Lila Sumpf

nice girls might go to heaven, but naughty girls have more fun in hell!

PollysGeliebte(s)Leben

...zwischen Familie, Liebe, Alltag...

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 87 Followern an

%d Bloggern gefällt das: