mehr!

Jeden Mittag das gleiche, Schlag zwölf Uhr im Unternehmen. Pause, Nahrungsaufnahme. Das eigene Fortbestehen sicherstellen. Die Arbeitskraft erhalten. Sammeln um den Schweinetrog Küchentisch, dem Letzten Abendmahl gleich. Von der Bedeutung her passend, dennoch voller Widerspruch: Fressen, als ob es kein Morgen gäbe.

Es beginnt: ein kollektives, homogenes Schlingen, Verschlingen von Essensmüll. Gebückte Haltung, den Kopf gesenkt, nur einige Zentimeter über dem Teller. Die Ellbogen aufgestützt. Das Besteck in knappen, sparsamsten Bewegungen geführt oder, falls möglich, ganz darauf verzichtend, Nahrung mit den Fingern in den Mund gestopft. Gestopft, gestopft, gestopft …

Erinnert mich an Kotzen, irgendwie. Invertiertes Kotzen.

Passend dazu, die Akustik. Mundsekret, vermischt mit Flüssigkeiten, entfacht Arien des Schmatzens, Schlürfens und Saugens. Krusten, Panaden, Knorpel erzeugen – dem Mahlwerk der Zähne zum Opfer fallend – Symphonien des Berstens. Dem Fraß huldigend wird schnaufend, grunzend und rülpsend Zufriedenheit bekundet.

Im Epizentrum des Lärms: Ich, Beobachter, Hörer. Aber auch: Selbst Konsument und Kostvernichter.

Im eigenen Mundraum den lautesten aufdringlichsten Aufruhr generierend. Dieser im Rund meines Schädels (perfekter Klangkörper!) verstärkt widerhallend. Vor allem anderen: Sich vor sich selbst ekelnd.

Das große FressenAbstand

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