9.670

Sie. Er. Experiment, Expedition, Reise. Zusammen mit Madame Lila.

Teil 1 hier.

 

Tag 1 – Dunkelheit

Gesprochen hatten wir bereits über diese Form des Sinnesentzugs und die faszinierenden Möglichkeiten opaker Kontaktlinsen. Über die Funktion einer ‚maskenlosen Maske‘ und die Tatsache, dass nichts den freien Blick auf mein Mienenspiel, auf meine Empfindungen, versperrt.

Mein Gehirn arbeitet auf Hochtouren, ich bin hin- und hergerissen zwischen Geilheit und Nervosität. Überwältigt, weil Sie meinen Wunsch erfüllt. Unfähig, ihr Danke zu sagen, trotz aller Freude. Viel zu schüchtern, um ihren Blick zu erwidern.

„Mach‘ sie rein bevor wir losfahren, Kleiner“

Vorsichtig nehme ich die Linsen und setze sie ein.

Dunkelheit umfängt mich.

Ich höre Sie seufzen, leise, voller Vorfreude, während ich mich auf das ungewohnte Gefühl konzentriere. Ich bewege meinen Kopf nach links und rechts, rolle meine Augen zu allen Seiten und stelle fest: Das Tageslicht wird nahezu vollständig blockiert.

Ich bin blind.

Sie beugt sich herüber, ich spüre Ihren Atem dicht an meiner Wange. Zärtlich beißt Sie in mein Ohrläppchen und flüstert

„Jetzt gehörst du mir!“

Beim Klang Ihrer Worte empfinde ich Freude. Ich möchte Ihr danken, doch gerade als ich meinen Mund öffne, fügt Sie in strengem Tonfall hinzu

„Ab sofort sprichst du nur, wenn ich dich dazu auffordere. Hast du mich verstanden?“

Ich nicke.

Sie schaltet das Radio ein und startet das Auto.

 

Tag 1 – Ankunft

Fahrtwind umspielt mein Gesicht.

Während ich versuche, meine überbordenden Emotionen unter Kontrolle zu bringen, stelle ich erstaunt fest, wie schnell die verbleibenden Sinne den ausgeschalteten kompensieren. Geräusche, Gerüche, die Sensibilität meiner Haut … alles erscheint intensiver.

Ihre Hand in meinem Schoß reißt mich aus meinen Gedanken. Ich zucke zusammen, höre ihr Lachen – leise, hämisch. Sie reibt an meiner Hose, an meinem Schwanz. Auf und ab. Ich werde neuerlich hart und stöhne, während ich unter Ihren Bewegungen zittere.

Später, irgendwann, wird das Auto langsamer und kommt schließlich auf Kies zum Stehen.

Sie stellt den Motor ab und steigt aus. Gespannt lausche ich Ihren Schritten, die sich vom Fahrzeug entfernen und wieder nähern. Der Kofferraum öffnet sich, Sie entlädt unser Gepäck und entfernt sich erneut.

Ich warte.

Ungeduldig.

Eine kleine Ewigkeit.

 

Tag 1 – Good Dog

Endlich – der Klang Ihrer Schuhe auf den Steinen. Der Klang Ihrer Stimme neben dem Auto.

„Aussteigen und hinknien!“

Hastig folge ich Ihrer Anweisung und verlasse das Fahrzeug. Als ich vor Ihr kauere, legt Sie mir ein steifes Halsband an und klinkt eine Leine darin ein. Mit leichtem Ruck bringt Sie mich zurück auf meine Beine. Mit leichtem Zug zwingt Sie mich, Ihr zu folgen.

Ich habe Mühe, Schritt zu halten. Auf losem Grund, auf hohen Schuhen und ohne Augenlicht, fällt mir das Laufen schwer.

Nach einigen Metern fordert Sie mich dazu auf, meine Oberbekleidung abzulegen. Ich zittere vor Aufregung und Kälte, während ich Hemd und Hose ausziehe.

Sie taxiert mich, da bin ich mir sicher. Ganz bewusst spanne ich meinen entblösten Körper, präsentiere mich Ihr. Sie berührt mich, streicht an meinem Wangenknochen entlang, den Hals hinab, über die Brust, den Bauch entlang hin zu meinem Schwanz. Ich erschaudere. Sie packt mein Gesicht – ich spüre, dass Sie mich direkt ansieht – und sagt

„Brav“

Ein weiterer Ruck am Halsband und wir betreten festen Boden, Holz scheinbar – das Innere des Ferienhauses, wie ich vermute. Noch ein paar Schritte auf Dielen, dann die knappe Anweisung

„Platz!“

Ich gehe auf alle Viere. Mit Ihren Fingernägeln fährt Sie über meinen Rücken, kneift in meinen Po; zieht dann den Ballstretcher weiter nach unten und befestigt oberhalb davon ein Seil an meinem Hodensack.

Einen Moment später steigt ein mir bekannter Geruch in meine Nase – ich rieche … Sie! Ihren Saft, Ihre Geilheit! Mein Kopf schnellt nach vorne, ich stoße an Ihre Finger. Sie lässt mich schnüffeln, berührt dann meine Lippen … ich darf Sie kosten!

Mein Herz schlägt schneller, ich höre das Blut in meinen Ohren rauschen, als Sie sagt

„Ich setze mich auf einen Stuhl … folge meinem Geruch, finde mich! Dann lecke mich. Zeig‘ mir, wie sehr du mir gefallen möchtest!“

Ich passe auf, in welche Richtung Sie läuft und krieche Ihr dann hinterher. Taste voran und versuche, auf schnellstem Weg zu Ihr zu gelangen.

Als ich Ihre Füße fasse, das letzte Stück Weg zurücklegen will – spannt sich das an meinen Eiern befestigte Seil.

„Komm‘, mein Kleiner, weiter …“

Ich werde gierig, geil, will Sie lecken. Ich muss Sie lecken! Rutsche nochmal vorwärts, noch einmal, wieder. Bei jedem Versuch spannt sich das Seil und gebietet mir Einhalt.

Der Schmerz in meinen Eiern nimmt ebenso zu wie das Verlangen, mein Gesicht in Ihrem Schoß zu vergraben. Ich bin wütend auf mich selbst, winsele leise.

„Ist das alles? Du hast noch einen Versuch, dann schliessen sich diese Beine für dich!“

Ein weiteres Mal rutsche ich zu ihr, der Zug wird unerträglich. Ich strecke mich und …

Erreiche Sie.

Dringe mit meiner Zunge in Sie ein.

Sie packt meinen Kopf, drückt mich weiter an sich und raunt

„Jetzt leck‘!“

Ich befriedige Sie mit Hingabe. Lutsche, sauge, schlürfe. Genieße; empfinde Freude und Zufriedenheit.

Sie kommt zum Orgasmus, greift fest in mein Haar und hält mich so zwischen Ihren Beinen. Das Atmen fällt mir schwer. Ihr Geruch ist intensiv, Ihr Saft läuft über mein Gesicht.

Paradies.

 

Tag 1 – Edging

Schließlich entlässt Sie mich, nimmt mich an der Leine und durchquert mit mir den Raum.

„Edge Sprints, Süßer, 10 Minuten – Wieviele wirst du schaffen?“

10 Minuten … ich versuche mich zu konzentrieren, überlege angestrengt, nenne eine Zahl. Ihr Schnaufen gibt mir zu verstehen, dass Sie meine Antwort nicht zufriedenstellt. Ich korrigiere die Zahl nach oben, Sie sagt

„Okay, wenn du das schaffst, darfst du im Bett schlafen, wenn nicht bleibst du hier liegen – deine Zeit startet jetzt!“

Meine Zeit startet jetzt …

2 Gedanken zu „9.670

  1. Ich muss sagen, dass mir diese Perspektive gar nicht mehr Erkenntnisse bringt, was ich irgendwie erwartet hatte. Wenn es sich derart deckt, ist das wahrscheinlich ein gutes Zeichen für Sie und Ihn, für den außenstehenden Leser jedoch etwas lahm. Aber nichtsdestotrotz: bitte weitermachen. Alle beide ;-) Happy Weekend!

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