Leben | Tod | Reflexion

08:56:59.

Ich sitze und warte auf die Beerdigung. Während der Rest der Familie Rituale vollzieht, die nicht die meinen sind, komme ich nicht umhin festzustellen, wie unvorbereitet ich im Angesicht der unumstößlichen Tatsache bin (erneut), wie schnell ein Leben endet.

Vor den Kopf geschlagen, mit dem Vorschlaghammer.

Die Tote respektierend versuche ich, mich entsprechend zu kleiden. Wo schwarz doch gar nicht meine Farbe ist … Bunt, Freude, Bejahen – in Anbetracht der Umstände zu sehr Farce, um authentisch zu wirken.

Werde ich weinen? Wird es trauerndes Weinen sein? Oder mitfühlendes Weinen, den unsäglichen Schmerz der Angehörigen in die eigenen Tränen projizierend?

Deren Befinden (das der Angehörigen) ist offensichtlich: Viele wurden krank, direkt nachdem sie die traurige Nachricht erhalten haben.

Der Körper spiegelt den Geist. Auch durch Tränen.

Los geht’s.

09:13:04

Krankheit und Tod

5 Gedanken zu „Leben | Tod | Reflexion

  1. Vielleicht werden es auch Tränen sein, die weder mit der Trauer der Angehörigen noch mit Deiner Trauer um diese Person sein. Sondern eine allgemeine „Trauer“ ob der Endlichkeit des Lebens.
    Ich habe bis heute nicht um meine Oma geweint, dennoch habe ich bei der Trauerfeier geweint – aber wegen den Tränen meiner Mutter und dem Rest der Familie.
    Weiterhin bin ich „froh“, dass meine Oma nicht weiter leiden musste.
    Aber: Es war auch ein Tod mit Ankündigung.
    Wie das gewesen wäre, wenn es abrupt passiert wäre? Keine Ahnung.

    Rituale anzunehmen, die nicht die Eigenen sind … schwierig… Ich mache das immer soweit mit, wie ich es vertreten kann. In katholischen Kirchen stehe ich mit auf, singe und bete aber nicht mit z.B.

    So oder so, wirst Du Kraftquelle sein (müssen) und wie ich Dich kenne – auch sein.

    Und wenn es Dir arg zu viel wird, nimm‘ Deine Tochter in den Arm und erinnere Dich an da Schöne eines Lebens …

    *umarm*

    Gefällt 2 Personen

    1. Egal aufgrund welcher Motivation, ein Schlosshund war Nix dagegen. 😅

      Es war wunderschön und einen Satz fand ich besonders bezeichnend:

      Herr, bitte hole uns alle in den Himmel – aber nicht sofort.

      Vielen Dank für deine Worte und die Umarmung!

      Gefällt 1 Person

  2. Wünsche Dir / Euch Kraft für das bevorstehende Ereignis und hoffe das nach der Beisetzung (seltsames Wort) bei Vielen die schöne Erinnerung den Platz des Schmerzes einnehmen kann.

    Deshalb wähle ich lieber
    diese Reihenfolge:
    Tod. Reflexion. Leben!

    Gefällt 1 Person

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