Blogging University from Hell – Tag 1

Blogging U.Es begab sich eines schönen Tages (ich meine, er war schön; die Sonne schien, da bin ich mir ziemlich sicher), da las ich in Madame Lilas Blog ihre Ankündigung ob der Teilnahme an einem Kurs der Blogging University von WordPress höchstselbst – genauer: einem Kurs der Happiness Engineers dieses Unternehmens.

Fein fein, dachte ich mir, zu diesem Kurse melde ich mich ebenfalls an. Gesagt, getan und auf des lila Weibes Link geklickt… noch wunderte ich mich halb über den Inhalt des Kurses, da war der Sign Up-Knopf auch schon gedrückt.

Insert Nach einigen Wirrungen nur so viel: Der Kurs war nicht der, für den Madame Lila sich interessierte – gleicher Link, aktueller Kurs. Blogging 201: Branding and Growth, um genau zu sein.

Die Zeit ging ins Land, und gestern Nacht flatterte meine Teilnahmebestätigung ins digitale Haus. Samt Hallo! und erster Aufgabe:

 

Consider what you want to accomplish with your blog.

Write down three concrete goals.

 

Im Zuge der Beantwortung plagte mich eine Sinnfrage, die mich seit einiger Zeit umtreibt. Warum blogge ich | überhaupt noch? Die aktuelle Erkenntnis: Ich weiß es nicht, hoffe aber, es durch den Kurs herauszufinden. Hier, was ich aufgeschrieben habe:

Warum blogge ich: Ehrlich gesagt… ich weiß es nicht | mehr | so genau.

knowyourgods – ursprünglich als Kreativarchiv und Spielwiese gedacht – existiert seit etwas über 2 Jahren. Mittlerweile bin ich an dem Punkt angelangt wo ich mich frage, welchen Sinn Weitermachen hat. Das, was ich mir heute unter einem ‚funktionierenden‘ Blog vorstelle, erlebe ich bisher gar nicht oder höchstens rudimentär – Interaktion.

Mein Blog ist Spiegel zumindest eines Teils meiner Seele. Vielen Gedanken, die mir im Kopf herumschwirren, bietet mein Blog ein Ventil. Wie das mit Gedanken so ist – zumeist sind diese nur Fragmente, und es benötigt großen Einsatz, sie in ‚präsentierbare‘ Einträge umzuwandeln. Zudem sind sie vielfältiger Natur, werden ausgelöst durch Situationen, Bilder, Musik, Filme etc. Mein Hang zum Perfektionismus schwingt in allen Bereichen des Blog kontinuierlich mit.

Mein Blog ist fiktiv – in Teilen. Welche Teile das sind, ist mein Geheimnis.

Mein Blog ist meine Burg. Er gehört ganz alleine mir.

Die Art meiner Beiträge ist unterschiedlich: Graphiken, kurze (selten: längere) Texte, Zitate und Auszüge aus Liedern. Scribbles.

Ich veröffentliche in unterschiedlichen Abständen, immer wieder mit Pausen – das ist in hohem Maße meiner Lust (oder dem Fehlen selbiger) zuzuschreiben, aber auch meinem eigenen Anspruch.

Veröffentlichte Beiträge bleiben meist unkommentiert. Likes sind klasse – aber was die Betrachter empfinden, ob sie überhaupt etwas dabei empfinden, erfahre ich nicht. Das ist ein schwieriges Thema… Entweder ich erwecke den Anschein, geltungsbedürftig zu sein oder von der Leserschaft genervt. Oder meine Leser fühlen sich genötigt, zu kommentieren, obwohl es ihrer Ansicht nach nichts zu kommentieren gibt – oder sie haben schlicht keine Zeit oder Nerven, das zu tun. Im schlimmsten Fall vergraule ich sie sogar!?

Möglicherweise ist es auch einfach so, dass meine Beiträge für Außenstehende uninteressant sind.

Es geht mir nicht ums Folgen um des Folgens oder Likes um des Mögens Willen (mir ist jedoch bewusst, dass eine hohe Folgerzahl die Chancen auf Kommentare erhöht, theoretisch; deshalb ist das formulierte Ziel 2 eines, welches ich so konkret gar nicht setzen möchte – es aber dennoch tue)… Das, was ich mir wünsche, ist Interaktion und Feedback über den Like Button hinaus, zu den Beiträgen, die ich poste. Zudem möchte ich für mich herausfinden, ob ich willens bin, den Blog weiter so zu betreiben wie bisher.

Deshalb, meine drei konkreten Ziele (plus Bonus-Sinn’frage‘, ganz zuerst):

0. Ganz grundlegend: Spätestens zum Kursende möchte ich für mich erkennen, ob ich überhaupt so weiterbloggen will, wie ich das zur Zeit mache. Ich möchte bloggen wieder als sinnvoll ansehen, nicht als Pflichterfüllung.

1. Falls dies der Fall ist: Ich möchte pro Woche mindestens einen Beitrag veröffentlichen. Veröffentlichte Beiträge sollen meinem persönlichen Qualitätsanspruch genügen.

2. Ich möchte meine Leserschaft vergrößern; um Leser, die sich aktiv mit meinen Beiträgen beschäftigen – Ziel: 100 Follower bis zum 31. Dezember 2015.

3. Ich möchte meiner Leser dazu motivieren, Ihre Gedanken sowie Feedback zu meinen Beiträgen zu äußern und so mit mir zu interagieren. Jeder veröffentlichte Beitrag soll mindestens 5 kontextbezogene Kommentare von ebenso vielen unterschiedlichen Lesern erzeugen.

 

Bonus Der irrigen Annahme, ich würde an ‚Lilas Kurs‘ teilnehmen, wäre allerdings noch nicht offiziell angemeldet, überkam mich ungewohnter Fleiss, der zur Beantwortung der ersten Aufgabe des ‚anderen‘ Kurses führte: Ich schreibe, weil… :

Ich schreibe, weil ich ein Heuchler bin.

Einer, der gerne sagt, aber wenig macht. Ein Verkriecher, Schleicher; ein Untergebener – mir selbst und anderen gegenüber.

Ich schreibe, weil ich ein Perfektionist bin. Einer, der Worte feilt, bis nur noch blutige Stümpfe übrig sind. Sich selbst und der Geschichte im Weg steht; sich weigert, sich auch nur einen Millimeter zu bewegen, bevor nicht der passende Ton gefunden ist.

Ich schreibe, weil ich muss. Weil der Druck manchmal zu gross wird. Weil ich sonst explodiere. Weil ich sonst schade. Meinen Zwängen erliege.

Ich schreibe, damit es hell bleibt. Oder nicht zu dunkel wird.

Ich schreibe, weil es Spaß macht. Manchmal.

Darum schreibe ich.

 

PS Ich bin mir nicht sicher, ob ich dem Kurs bis zum Ende beiwohne. Ebenso wenig wie ich weiß, ob ich jede Aufgabe am Tag der -stellung bearbeiten kann. Ich werde sehen…

 

15 Gedanken zu „Blogging University from Hell – Tag 1

  1. Also :-)
    Ich finde den Kurs für Dich viel besser geeignet als der Ursprüngliche. Der hier passt besser zu Dir und hilft Dir mehr.

    Uninteressant ist hier selten etwas. Aber es ist oft schwer zu verbalisieren und Feedback zu geben. Weil das Konsumieren Deiner Kreativität ein emotionaler Vorgang ist und ich den nicht kaputt-rationalisieren möchte

    Ich denke, ich habe heute schon viel dazu gesagt, ich würde mir für Dich wünschen, dass Du den Kurs durchhältst und an Ende Antwort auf Deine Fragen erhältst :-)

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  2. Guten Tag, Herr Dasmanuel.

    Ich feinstrügte eben bei Mme Lila die Kwatschhaftigkeit dieser Kurse, folgte eher nunja, ähem, beiläufig der Verlinkung zu Ihnen, weil ich nur ganz sporadisch hier reinschaue. Tja, ich las, rieb mir die Äugelein und staunte über die Ernsthaftigkeit Ihrer Worte. Und weil ich mich angesprochen fühle, nehme ich hiermit Ihre Fährte auf und reiche Ihnen meine Tippeditapphand zum Erreichen Ihrer Ziele.

    Ein ehrlicher Heuchler verdient diesen Respekt.
    Herzliche Grüße, Ihre Frau Knobloch, skeptischgespannt und vorsichtig zugeneigt.

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    1. Der ehrliche Heuchler

      In einem Satz einen passend(er)en Blognamen für mich gefunden. Wenn ich jetzt nur noch die Eier hätte, ihn (den Blog) einfach umzubenennen…

      Das passt auch zur Erledigung der heutigen Aufgabe, die ich gerade eben erledigt habe.

      Wer weiß, wer weiß… Der Ehrliche Heuchler… hmhm.

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      1. LassenSe mal die Eier Eier sein und übernehmen Sie das Einenachtdrüberschlafprinzip. Wenn sich’s dann noch gut anfühlt, machenSes einfach. Der Name gehört Ihnen ja eh, war nur eine Zusammenfassung Ihrer Selbsteinschätzung.
        Nächste Aufgabe, jetzt bin ich doch neugierig…

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