Grundlegend positiv

Die Strahlen der Morgensonne fallen schräg durch das offene Schlafzimmerfenster. Staubpartikel treiben durch den Raum und werden zu Funken, wenn Sie den Weg des Lichts kreuzen. Fliederduft liegt in der Luft.

Ein Windhauch streift Claudias Körper und entlockt ihr ein wohliges Seufzen. Sie schmiegt sich enger an Alexander und zieht dabei die Decke über ihre Schulter. Verschlafen nuschelt sie »Ich kann gar nicht glauben, wie perfekt sich alles entwickelt hat.«

»Wie meinst du das?«

»Komm schon,« Claudia setzt sich auf und rollt Alexander auf den Rücken. »wir haben soviel durchgemacht in den letzten Monaten … meine Eifersucht, die Probleme mit unseren Eltern und die …« Sie muss schlucken; Tränen steigen ihr in die Augen »… die Fehlgeburt.«

»Ach Süße … mein Herz … du konntest nichts dafür. Niemand konnte etwas dafür. Das Kind – es wollte einfach nicht.«

»Ich weiß doch.« Claudia wischt die Tränen beiseite, beugt sich vor und küsst Alexander auf die Brust. »Du hast dich so liebevoll um mich gekümmert danach. Mir soviel Halt gegeben. Keine Ahnung, was ich ohne dich gemacht hätte. Und jetzt schau uns an – wie perfekt sich alles entwickelt hat!«

»Daran hättest du trotz all der Scheisse niemals zweifeln dürfen. Na … wie es aussieht, hast du deine Zweifel überwunden?«

»Ja.« Sie lächelt, ein wahrhaft zufriedenes Lächeln. »Ja, das habe ich!«

Worte voller Inbrunst.

»Das ist einfach wunderbar.«

Claudia betrachtet Alexander. »Finde ich auch.«

»Ich möchte trotzdem dass du weißt, dass ich immer zu dir stehen werde. Egal, was passiert.«

»Oh … DAS sehe ich, mein schöner Mann.« Aus Claudias Lächeln wird ein breites Grinsen. Sanft streicht sie über seinen Oberkörper, seinen Bauch, sein eregiertes Glied. »Was hältst du davon, wenn du noch ein bisschen weiter stehst – und mit mir ein neues Baby machst?«

»Nichts lieber als das, mein Herz!«

Claudia schiebt die Decke beiseite, setzt sich auf Alexanders Schoß und führt seinen Penis in sich ein. Während Sie ihn reitet, empfindet sie nichts als pures Glück.

o.O

Alexanders abgetrennter Kopf, in weiche Tücher gebettet, ist sorgsam auf dem Nachttisch positioniert. In den vor Erstaunen geweiteten Augen spiegelt sich die morgendliche Szenerie grotesk verzerrt wider.

skeleton love 2

Zdzisław Beksiński

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12 Gedanken zu „Grundlegend positiv

      1. Na ja, ich hatte ja schon die Zeichnung gesehen und nachdem sie den Alexander in eine sitzende Position befördert, hatte ich schon einen Verdacht. Allerdings dachte ich, dass beide tot sind und es in Richtung Gespenstergeschichte geht …

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        1. Das ist auch eine gute Idee …

          Hm. Anscheinend ist ’schubst […] auf den Rücken‘ keine eindeutige Beschreibung des Vorgangs. Gemeint ist ’sie rollt ihn vom Bauch auf den Rücken‘. Darüber muss ich nochmal nachdenken …

          Liebe Grüße

          Gefällt 1 Person

  1. Huch? Aha. Nun.

    Mal sacken lassen.

    Zur Diskussion bzgl. Wikipedia – ich hätte ihn lieber nicht gesehen und noch ein wenig gegrübelt. So wurde dem Grübeln abrupt ein Ende gesetzt. Die Zeichnung habe ich auch erst danach in den Kontext gebracht.

    Ansonsten so gar nicht Du. Deswegen mal sacken lassen. :-)

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