Ist das Leben nicht schön?

Gutes Wetter heute.

Nach der Besprechung zieht der Kollege mich auf die Seite; ob ich wohl ein Minütchen für ihn hätte?

Na klar, wollte soundso einen Kaffee ziehen.

Wenn es ginge, doch etwas privater, im Nebenraum vielleicht?

Ich hätte sicherlich mitbekommen, dass er in letzter Zeit etwas unkonzentriert gearbeitet habe, nicht richtig bei der Sache wäre? Er müsse ganz kurzfristig Urlaub einreichen, seine Frau sei am Schilddrüsenkrebs erkrankt, ein anaplastisches Karzinom. Meine Meinung interessiert ihn: Verstünde die Geschäftsleitung, wenn er das täte?

Während meine Gedanken bei dem Versuch, sich zu ordnen, kläglich scheitern, rede ich drauflos von Offenheit und Vertrauensbeweis und Kraft und Mut und davon, dass Verständnis für diese Situation natürlich obligatorisch sei.

Er bedankt sich (ich fühle, dass er sich bestätigt fühlt), wünscht mir ein angenehmes Wochenende und geht.

Zurück am Arbeitsplatz google ich ‚anaplastisches Karzinom‘.

Mir wird übel.

Gutes Wetter heute.

Wetter

 

3 Gedanken zu „Ist das Leben nicht schön?

  1. Es ist schon heftig, mit so einem Schicksal überfallen zu werden. Gut reagiert, wenn er sich bestätigt gefühlt hat. Es gibt Leute, die strahlen aus, dass sie zuhören . Du gehörst anscheinend dazu. Aber: Kenne nicht nur deine Götter, sondern auch deine Grenzen. Wenn du von so einem Gespräch so viel Gegrübel mitnimmst ist das nicht gut.

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