ansinnen

Da überlege ich, was ich schreiben könnte.

Ich müsste mal wieder (schreiben). Rauslassen, was so alles los ist im Kopf, was raus will. Zum Beispiel

Wenn ich nachts wach bleibe, arbeite; wenn es schwül ist draußen wie drinnen, die Luft feucht, schlüpfrig, dick; wenn ich da sitze und mich konzentriere, der Schweiß am Körper nach unten läuft; wenn ich zu riechen beginne, nach Moschus, nach Schwanz; dann ist das schon irgendwie wie Sex, das Arbeiten. Es ist anstrengend, erfüllend, selbstvergessend. Erregend auch, vor allem zum Ende hin, wenn die Finger schon dutzendfache petite morts hinter sich haben und das Hirn erst recht.

Danach ist man entspannt und rastlos zugleich.

Oder

Dass das Kind auf den Hinterkopf gefallen ist, vom Wutsch, weil das andere Kind wohl zu kräftig daran gezogen hat. Mit einem Geräusch, wie es eine Wassermelone produzieren würde, die auf einem Steinboden aufschlägt.

Ein paar Tage später ist das Kind dann rückwärts von der Rutsche gefallen und musste für zwei Tage ins Krankenhaus, zur Überwachung. Nur, um sicherzugehen.

Besser wäre doch: Um sicherzuklettern.

In diesem Zusammenhang auch

Wie es wohl wäre, wenn ich für nur ein Leben Sorge tragen müsste und nicht diese Lebensdopplung zu verantworten hätte, die sich Ehe nennt und Kinder und alles, was damit zusammenhängt. Wäre ich ein glücklicher oder einsamer Mensch? Würde ich mich nachts in meinem Bett wälzen oder schlafen wie ein Neugeborenes.

Würde ich in Freiheit sterben oder

im Exil.

11 Gedanken zu „ansinnen

  1. Hätte, hätte. Fahrradkette.. Du hast Dich für die Ehe und 2 Kinder entschieden. Die Verantwortung wirst Du nicht mehr los. Und Du kannst zwar die Frage stellen, wie es wäre wenn… (was Du ja eigentlich weisst, es gab ja mal eine Zeit „davor“ – hast Du da gut geschlafen? schlechter?) … aber Du wirst keine befriedigende Antwort darauf finden.

    Du bist doch der Meister des „ich habe mich für etwas entschieden und dabei bleibe ich, koste es was es wolle“. Rational vom Scheitel bis zur Sohle – gibst Du Dich. :-)

    Kommt in der schwülen Arbeitsnacht etwa Deine Emotion hoch?

    Btw. ein einsamer Mensch muss nicht unglücklich sein. Ich habe einen Freund, der bezeichnet sich als Eremit und würde gerne mal 1 Jahr auf einer einsamen Insel leben. Wäre er dort glücklicher? Er sagt ja. Das muss man dann wohl mal testen.

    Ich gebe als Denkanstoß noch diesen Artikel mit:
    https://editionf.com/Alleine-ist-man-mehr-mit-sich-selbst

    Abschliessend: Wie Du immer sagst – es hat wohl beides sein Für und Wider. Denn die Verantwortung für mehrere Leben zu tragen, gibt auch die Chance, von mehreren Leben bereichert zu werden. Von mehreren Leben umarmt zu werden, wenn es mal nicht so schwül und warm ist. Liebe zu erfahren von mehreren Leben. Stolz sein dürfen, wenn aus den Kindern „was anständiges geworden“ ist. Das hättest Du dann alles nicht, wenn Du nicht die Verantwortung übernommen hättest.

    Aber – das weisste ja eigentlich selbst, ne? :-)

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