Nimm mich Huckepack!

»Papa, nimm mich Huckepack!« ruft der Filius und stürmt auf mich zu.

»Rücken oder Schultern?« frage ich, gibt es doch zwei Varianten der Kinderschlepperei.

»Auf die Schultern! Ganz hoch! Dann komme ich in den Himmel!« schreit er mir entgegen, als er in meine Arme springt.

Ich lache, während ich ihn auf meine Schultern wuchte, und ohne nachzudenken sage ich »Du kommst doch so oder so in den Himmel!?«.

»Jaaa, mit einer Rakete!« ruft er und streckt eine Faust zum Himmel.

Und Bilder strömen auf mich ein von einer Beerdigung und einer Kinderzeichnung auf Din A3 in einem Rahmen auf einem Dreibein direkt zwischen Rednerpult und Sarg; eine buntgekritzelte Rakete mit eingeklebtem Gesicht meines Sohnes da, wo das Cockpit ist; von traurigen Gesichtern und von Gram und von Beileid und von Er-hatte-sein-ganzes-Leben-noch-vor-sich und von Rotz und von Wasser.

Ich trage ihn länger, als es meinem Rücken gut tut und halte seine Fußknöchel dabei fest umschlossen.

2 Gedanken zu „Nimm mich Huckepack!

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