rly?

„In the end,

you only regret the things

you didn’t do“

Dafür muss Zeit sein. Ich habe selten so einen gequirlten Haufen Hühnerscheisse gelesen. Ich meine … diese Aussage ist so unglaublich falsch, da fehlen mir die Worte. Aufregen kann ich mich über derlei Mumpitz dennoch vortrefflich.

Stecke gerade in einer Bildrecherche und scrolle durch die Weiten unseres Archivs. Stolpere dabei über ein Foto, Straßenschild in der Wüste, auf selbigem der oben zitierte Spruch.

Scrolle weiter, halte inne, scrolle zurück. Lese mir den Spruch mehrmals durch und ärgere mich bei jedem Mal ein wenig mehr. Abgesehen davon, dass ich nicht verstehe, wie dieses Bild in unsere Datenbank gelangt ist (wahrscheinlich irgendeine Promo-Umsonst-Aktion unseres Lieferanten) und warum es da noch liegt (jetzt liegt es da nicht mehr) wächst mein Unmut ob seiner Botschaft – ein Freibrief nicht nur für alle Wagemutigen und Lebensfrohen, sondern auch für Verklemmte, Psychopathen, Verrückte. ‚Mach mal, Jung, ärgern tuste dich nachher nur, wennde’s nich versuchst‘ …

Und selbst ganz nüchtern betrachtet, dem Praxistest unterzogen, ist die Meinung, man bereue nur, was man nie versuchte, schlichtweg Quatsch.

In diesem Sinne, zurück in die Versenkung.

5 Gedanken zu „rly?

  1. Naja bei diesen „Visual Statements“ geht es ja selten um Psychopathen und Kriminelle. Natürlich wirst Du nicht bereuen, dass Du niemals einen Menschen umgebracht oder gequält hast. Es richtet sich an die „Ach, ich würde so gerne Marathon laufen, aber…“-Sager. Die „Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich….“-Sager.
    Denn das sind oder können Dinge sein, die man bereuen könnte, wenn man sie nicht tut.

    Denn selbst Dinge, die man bereut, weil man sie getan hat … z.B. Lügen… Können am Ende doch eine positive Wendung haben. Denn Bereuen wie auch Vergeben müssen irgendwann abgeschlossen sein – so oder so.

    Also, etwas entspannter vor Eurer Bildersammlung sitzen und die runzelnde Stirnfalte und den Puls auf normal zurück bringen :-)

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    1. Das mit den Extremen – in beide Richtungen – ist mir absolut klar, deshalb habe ich ja auf die tägliche Praxis verwiesen.

      Zur Aussage: Man kann definitiv und eindeutig Taten aus tiefstem Herzen bereuen, die man getan hat. Und es gibt darunter ebenso definitiv solche, die keinerlei positive Wendung nehmen.

      Insofern ist mir dieser Spruch zu rosarot, um mich nicht darüber aufzuregen. ;)

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      1. An dieser Stelle würde ICH Dir aus rein egoistischen Gründen empfehlen, Deine Energie in andere Dinge zu stecken als Visual Statement-Kalendersprüche :-) Falls Du eine Liste brauchst, wo Deine Energie besser aufgehoben wäre, stehe ich Dir da gerne zur Verfügung :-)

        Natürlich gibt es Dinge, die man sein Leben lang bereut. Aber nochmal: Wenn das denn nun getan ist und wenn man nichts machen kann, um es ungeschehen (geht eigentlich nie) oder „besser“ zu machen – sollte man, genau wie bei Vergebung, irgendwann an den Punkt kommen, wo man das abschließen kann. Das heißt nicht, dass man es abhaken und nix draus lernen soll, aber wie heißt es? Akzeptiere die Dinge, die Du nicht ändern kannst und konzentriere Dich auf die, die Du ändern kannst …

        Deswegen: Sitze nicht irgendwann an Deinem Lebensabend da und bereue die Dinge, die Du nicht getan hast oder akzeptiere, warum Du sie nicht getan hast (Japan vs. Frau – das ist doch genau so eine Situation … Entscheidung getroffen, abgehakt, keine Reue)

        Finde ich tatsächlich nicht so schlecht, den Spruch :-)

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        1. Nee nee. Auch der Abschluß ändert nichts daran, dass man nicht mehr bereut. Man akzeptiert lediglich, dass man es nicht mehr ändern kann und damit leben muss. Das tilgt allerdings die Schuld nicht und damit auch nicht die Reue.

          Ich kann dich beruhigen – allzu lange rege ich mich nicht über den Spruch auf. Noch ein bisschen aber …

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